Montag, 24. November 2008

VOR Adelaide

Kurz nachdem ich den letzten Blogeintrag mit Fotos veroeffentlicht hatte, hat Russ einen Anruf bekommen aus Darwin - ein Jobangebot fuer ca 2-3 Wochen, ab sofort! Ich konnte nicht glauben, dass Russ einfach nur meinte: "Juhu, perfekt etc., Adelaide verschieben wir einfach usw.". Das ging mir alles zu schnell und ich bin voll ausgezuckt, hatte Russ doch vergessen, dass genau diese 2-3 Wochen eigentlich meine letzten hier sein haetten sollen ... nach einem langen traenenreichen Gespraech kamen wir zum unabwendbaren Ergebnis, dass wir jederzeit bereit sein muessen, wenn der endgueltige Anruf kommt mit Flugdaten etc, dass wir getrennte Wege gehen (bzw Russ wollte versuchen, mich rauf nach Darwin zu bringen). Ihr koennt euch nicht vorstellen, was das fuer belastende Tage waren. Ab da wussten wir einfach gar nichts mehr.

Die Gefahr, dass jeder Tag unser letzter gemeinsamer sein koennte, hat uns noch naeher zusammen gebracht, uns nochmal gezeigt, dass eine Trennung eigentlich unueberwindbar ist. Wir haben die Tage wirklich genossen. Haben am selben Tag alles liegen und stehen gelassen, sind nach Southport einkaufen, ins Kino (How to lose friends and alienate people), haben gekocht, ...
Lange Rede kurzer Sinn: nach fast 1 Woche zittern die Jobabsage!! Haha, was fuer ein Aprilscherz im November!
Mit Sarah (=CS) und ihrem Freund waren wir beide bei den Glowworms (die groesste Glowwormhoehle in Australien, wirklich romantisch, waeren da nicht soooo viele (asiat.) Touristen, und das Mitten in der Nacht).
Am Samstag ist Russ auf die Skirmish gegangen (Paintballshooting) und ich habe mit Sarah und Freunden einen Tag am Boot verbracht, zuerst "Speedboat" mit Tubing (girls) und Wakeboard (boys) in Runaway Bay, danach Houseboat (BBQ, ...).



Das BBQ am Sonntag sollte nie bei Cubbies Eltern sein, sondern bei Amanda. Sie hat Avocadodip und Bananacake bei mir bestellt. Hier das Rezept fuer einen lactose- und glutenfreien Bananenkuchen:

preheat oven 180 degrees
beat 4 eggwhites
beat 4 eggyolks and mix together with 1 cup brown sugar and 1/4 cup melted margarine
add 1 cup riceflour (or other GF flour)
add 3 mashed bananas, 1/2 cup soymilk, 1 teaspoon vanilla extract and 1/4 cup grounded walnuts
mix in beated eggwhites and bake for 45 minutes

Montag war wieder jeder 2. Montag-Tag mit Roland. Wir sind's ruhig angegangen und waren wie an unserem 1. Tag beim Spit am Strand spazieren und haben Eis geschleckt, dachten wir doch, es koennte moeglicherweise unser letzter gemeinsamer Tag sein. Zu hause sind wir gleichzeitig mit Sonja und Andre angekommen, die ich schon sehnlichst erwartet hatte. Die 2 sind Freunde von der Bine aus Wien, ich hab sie einmal kurz kennen gelernt. Hier habe ich mich gleich auf Anhieb bestens mit ihnen verstanden, Roland und Andre waren mind 1h lang tief im Gespraech. Es war eine tolle Begruessung und zu 4. sind wir dann meine oesterr. Freundin Andrea beim Aldi besuchen gefahren. ICH bin wie verabredet mit ihr nach hause - sie wollte mich ihrer Familie vorstellen. Wir hatten ein tolles Gespraech, sie haben eine Pizzeria (gratis Pizza natuerlich!) ... ich fuehle mich hier wirklich schon sehr zu hause, habe so viele Freunde/ Bekannte, zu denen ich gehen/ fahren kann ... sogar ein alter Herr namens Jeff, den ich beim Vorbeilaufen kennen lernte, meinte, ich soll bei ihm klopfen kurz bevor ich abreise.

Sonja ist - der Himmel hat sie geschickt - wie die Bine eine Physiotherapeutin und hat Russ und mich gleich behandelt. Ihr Englisch ist noch nicht so "therapie"sicher - Andre hat im Hintergrund dt Vokabeln ins Internet (leo) eingetippt und fast zeitgleich uebersetzt. Mein Knieproblem ist leider von Dauer (also mein lebenlang), ich kann zwar taeglich trainieren, um schmerzfrei zu werden, aber naja, zuerst muesste ich mal anfangen ...


Am naechsten Tag gingen Russ und ich zum 2. Mal seit ich hier bin Blutspenden, danach verbrachten wir einen gemuetlichen Tag mit Sonja und Andre, haben Karten (Uno) und Wuerfelpoker gespielt. Zum Dinner habe ich Sarah und Nicole eingeladen, die 2 Maedls reisen im Sommer nach Europa und kommen uns ab 26. Juni fuer ein paar Tage in Oesterreich besuchen. Wir haben ihnen in vollem Eifer Reisetipps gegeben, jetzt wollen wir alle wieder zurueck nach Oesterreich und sehen, was wir ihnen zeigen wollen. Kanns kaum erwarten.
Den letzten Tag haben wir mit Andre und Sonja beim Broadwater"park" gleich um die Ecke verbracht, mit selbstgemachtem Lunch, haben ewig Karten gespielt (Kampfuno) und Wuerfelpoker. Wir hatten echt viel Spass mit den beiden und zum Schluss haben sie uns Green Curry gekocht. Mah lecker. Mehr Fotos gibt's auf ihrem Blog www.andrelichtenecker.com.

Am naechsten Tag ging's in aller aller frueh (mit Sarah und Nicole, die zufaellig am selben Tag zum selben Zeitpunkt nach Cairns flogen) auf zum Flughafen nach Brisbane. Andre und Sonja haben wir einen Schluessel dagelassen, damit sie wenigstens ausschlafen konnten. Wir haben ausgemacht, dass sie Sonntag bis Mittwoch wieder zu uns kommen (wir sollten ja Montag mittag wieder hier ankommen).

Donnerstag, 20. November 2008

FLUG

Fliege am 9.12. von Brisbane nach Cairns, komme dort kurz nach Mitternacht an (am 10.12.) und fliege am 12.12. mittags nach Singapur weiter. Eigentlich wollte ich mir 5 Tage in Cairns goennen und mir auch etwas anschauen ... aber ich schaffe es nicht, frueher wegzufliegen.

Ich habe tatsaechlich so eine Art Jobangebot fuer ein Projekt bekommen (desk top research), bei meiner Wunschfirma ... weiss aber noch nix genaueres und sollte es nicht verschreien ... ich weiss nicht, fuer wie lange oder ob ich das alles noch von Australien aus machen soll/ kann etc. Bin gespannt, was sich ergeben wird und OB tatsaechlich. Drueckt mir die Daumen.

Fahren jetzt campen bis Sonntag (es ist kalt, windig und regnet), Montag fliegen wir heim. Hab ein paar liebe besorgte emails bekommen. War zum Zeitpunkt des Sturms nicht in Queensland, wusste gar nichts davon. Uns gehts gut, dem Haus hoffentlich auch.

Bis naechste Woche

Dienstag, 18. November 2008

Ah Adelaide

Eigentlich sollten wir gestern heimfliegen, aber schon am Samstag haben wir den Flug nach Brisbane (also heim) auf den 24.11. verschoben. Russ hat naemlich erst hier erfahren, dass sein Bruder Richard, der in Darwin lebt, diesen Mittwoch fuer 2 Tage nach Adelaide kommt. Dh nach 1,5 Jahren waere das 1. Mal wieder die gesamte Familie vereint (und ich darf dabei sein:). Ausserdem wollen wir am WE mit Freunden campen gehen (mit Quads, 4Rad-Motorraeder).

Da sagt noch einer Maedls seien nicht spontan! Gepackt hab ich nur fuer 4 Tage, die schoeneren Sachen fuer die Familienbesuche und fuer sommerliche Temperaturen, hatte es doch am Tag vor unserem Abflug ueber 35 Grad in Adelaide. Tja, jetzt werden wir ueber 1,5 Wochen hier sein und die Temperaturen krakseln grad mal ueber 20 und bei Nacht rutschen sie unter 15 und da es hier nicht mehr so "tropisch" ist wie an der Gold Coast frier ich mir hier echt einen ab und kann mich gar nicht genug nach meinen lange unberuehrten Wintersachen, die im Haus in Queensland sind, sehnen:(

Naja, bis auf Turnschuhe und Socken hab ich mir schon alles zusammen schnoren koennen. Sonst gehts uns auch super, die Familie ist sehr nett und ich fuehl mich wohl, eh klar.

Genaueres gibts beim richtigen Blogeintrag mit Fotos (aus dem handy).

Momentan bin ich am Spekulieren, ob ich nicht die (im August) gebuchte Segeltour zu den Whitsunday Islands storniere und mir einen FLUG nach Cairns leiste (fuer nur 89 Dollar, das kostet mich die Autoreise mindestens auch - und ich hab zusaetzlich zur emotionalen Belastung durch die bevorstehende Trennung von Russ keine Lust auf Couchsurfer- und MitfahrgelegenheitSUCHE; ausserdem fordern mich die Einreisebestimmungen, Visum etc der zahlreichen Laender in S-O-Asien, muss mich um weitere Fluege etc kuemmern, da Weiterreisetickets bei Einreise in Singapur usw verlangt werden).

Dh ich wuerde (fruehestens) am 7.12. von Brisbane gemuetlich und schnell abfliegen (und mir 5 "Erholungs"tage in Cairns goennen), anstatt per Anhalter die 2000 km raufzustressen (ab fruehestens 2.12., mit unwohlem Gefuehl, ob die Mitfahrgelegenheit verlaesslich ist - muesste naemlich die Whitsundays 2 Wochen vorher buchen und den Flug ja auch noch rechtzeitig erwischen) ...

Mal sehen. Blogeintrag mit fotos gibt es leider erst naechste Woche, sobald wir daheim sind (habe meinen Kalender = 'Lang'zeiterinnerung dort gelassen, und viele wissen, wie schlimm DAS fuer mich ist *grins*).

Gerald: das Packerl von dir ist heute frueh an der Gold Coast angekommen, wie mir gerade von Sonja und Andre mitgeteilt wurde (mehr zu ihnen auch im naechsten Eintrag). Danke, bin schon soo gespannt!

Dienstag, 4. November 2008

FRASER ISLAND - die groesste Sandinsel der WELT (die letzten Fotos meiner Kamera:()

Alles ist glatt und super gelaufen. Habe mich wirklich wie im Urlaub (vom Urlaub) gefuehlt, va weil es auf der Heimfahrt regnete und heute auch kein tolles Wetter ist. Und da Russ momentan keine Arbeit hat, haben wir unseren Urlaub noch um 1 Nacht in NOOSA verlaengert. Meine Kamera hat aber leider nicht ueberlebt (ws SAND im Objektiv) ... Man, jetzt deutet aber wirklich schon alles auf Heimfahren hin (was ich ja laut Plan in 9 Tagen machen haette sollen). Statt dessen haben wir gerade spontan einen Hin- und Retourflug nach ADELAIDE gebucht (fuer Dollar 235). Fliege von 13.11. bis 17.11. um Russ' Familie und Freunde kennen zu lernen. Freue mich riesig. Es ist extrem wichtig fuer Russ (und mich).

Am Abend vorm Aufbruch bin ich spontan von Sarah zur Geburtstagsfeier eines Freundes eingeladen worden. Gut, dass ich vorher das Wichtigste gewaschen, Essen bereitet und eingefroren etc hatte, ... die Wohnung war schnell geputzt (Russ' Oma kam MIT SCHOKI vorbei, sie war zu meiner Ueberraschung echt eine super liebe Frau; Russ hat die Haende von Opa hihi ... waren es doch seine 1. Verwandten, die ich kennen gelernt habe). Kurz vor Mitternacht wurde ich heimgebracht und habe noch ca 1 h das Noetigste gepackt, mich fertig gemacht etc. Eigentlich wollten wir um 4 Uhr aufstehen und losfahren, um dem Fruehverkehr zu entgehen. Wir sind zwar rechtzeitig auf, brauchten aber 2 h bis wir das Haus verlassen konnten. Die Fahrt war trotzdem super. Da wir so viel Zeit hatten (mussten um 13:30 Uhr zum Meeting fuer die Frasertour im Hostel sein und hatten fuer ca 350 km 7 Std Zeit), stoppten wir bei einer Macademia- und einer Gingerfactory, ... Wir sind querfeldein ueber Staubstrassen zum RAINBOW BEACH gefahren. Wirklich schoen so ohne Stress.

Im DINGO'S BACKPACKERS angekommen, haben wir uns ein bisschen auf die Veranda gelegt. Beim Meeting, wo uns erklaert wurde, wie wir uns auf Fraser Island und gegenueber Dingos verhalten sollen, trafen wir auf unsere Gruppe. Insgesamt 11 Personen sitzen in einem Auto und verbringen die naechsten 3 Tage miteinander. Da ICH einen besonders schoenen Urlaub MIT Russ haben wollte, habe ich die Gruppe genau ausgecheckt. Ich war zufrieden mit den Leuten (obwohl ich das Gefuehl hatte, die Maedls konnten mich nicht so richtig leiden ... aber ich konnte mit ihnen (bis auf eine alle unter 20 und im Kopf wirklich noch sehr sehr jung) echt keine Gespraechsbasis finden). Die Gruppe bestand aus 3 Englaendern (einem Paerchen und Graham), einem Iren, 2 Canadierinnen (Winnipeg), 2 Schottinnen und einem Bayern. Der Ire machte mir ein bisschen Sorgen, dachte ich mir doch gleich, dass Russ mit ihm einen Saufkumpanen gefunden hat (ja ich weiss, Vorurteile, aber es stimmt und meine Befuerchtung wurde bei der Alkoholbestellung wahr). Es war dann aber nicht so schlimm, trotzdem hart fuer mich, dass Russ die meiste Zeit mit den Jungs oder anderen Maedls (aus anderen Gruppen!) verbracht hat und ich war das 1. Mal so richtig eifersuechtig und nach ein paar Aktionen ist mir schon mal der Kragen geplatzt. Russ versteht natuerlich nur Bahnhof. Auf dem Heimweg hat er sich das Buch: "Why men don't listen and girls can't read maps" gekauft (und gemeint, ich darf es auch gerne lesen). Soll das ein Hinweis auf irgendwas sein??!! Hahaha.
Am naechsten Tag gab's um 7 Uhr Pancake-Fruehstueck, danach trafen wir uns bei den Autos, luden Zelter, Lebensmittel etc auf (bekamen einen Menue-/ Kochplan) und uns wurde erklaert, wie mit einem Allradantrieb auf Fraser gefahren wird, was alles passieren kann, wie die Gezeiten sind (wann man am Strand fahren kann) etc. Naja, Gott sei Dank hatten wir insgesamt 4 weitere Fahrer (alle anderen waren zu jung), denn fuer mich war klar, dass ichs lieber nicht riskiere.

Und dann ging's auch schon los zur Faehre (Ueberfahrt ca 10 min). Russ morgens schon sein 1. Bier in der Hand. 2. Foto rechts der Mann, von dem wir die Autos hatten. Ein waschechter Australier, der 24h am Tag seinen Sonnenhut traegt aus Angst vor Hautkrebs, aber Kette raucht (genauso wie der Englaender neben/ hinter ihm).


Auf Fraser Island fuhren wir zuerst ueber eine high tide "Strasse" und dann am 80 km langen Strand entlang Richtung LAKE McKENZIE. Traumhaft. War das 1. Mal seit Fiji wieder im Wasser. Dieser See sieht aus wie das Meer, sein Wasser ist besonders und wirkt wie eine Schoenheitskur. Da wir am 1. und letzten Tag in diesem See schwimmen waren, machte uns 2,5 Tage nicht-duschen ueberhaupt nichts aus. Ein Goanna wollte etwas von unserem Mittagessen abhaben.


Vom Lake McKenzie ging's uebern Strand zu unserem Camp. Auf dem Weg surfte Russ unehrvollerweise auf einem Riesenturtel. Was man auf dem Foto nicht sieht: die Schildkroete hat keinen Kopf mehr:)

Das Camp am naechsten Morgen:



Sonnenaufgang um 5 Uhr. in der Ferne ist bereits das MAHENO WRECK zu sehen



unsere 4 Zelter fernab des Getrubels - die anderen 44, die mit uns starteten, bauten ihre 16 Zelter neben "Kueche und Bar" auf.

Auf der morgendlichen Fahrt zum INDIAN HEADS SAHEN wir unseren einzigen DINGO (70 gibt es insgesamt auf Fraser). Normalerweise sehen sie ziemlich ausgezehrt aus - dieser war ws einer jener, die sich mit unserem Essen vollgeschlagen haben. Nach der Party dachte keiner mehr daran das Essen wegzupacken - haette das ein Ranger gesehen, haetten wir 3000 Dollar Strafe bezahlt.


Und weiter geht die Fahrt ... da sitzen wir ...



... aber nicht mehr lange ... das einzige Mal, wo wir auf fremde Hilfe angewiesen waren.


Gegen 7 Uhr am indian Heads angekommen, gab's zuerst Fruehstueck. Die Hitze wurde bald unertraeglich, alle verkatert und fernab von jeglicher Zivilisation mussten wir feststellen, dass wir vergassen unseren 20 Liter Wassertank aufzufuellen. Es gab keinen Schatten und wir mussten bis zum Nachmittag ohne aushalten. Gut, dass wir wenigstens Bier hatten und liebe hilfsbereite Nachbarn.



Es war so heiss, das Meer soo verlockend und Russ und ich sind als einzige trotz der mehrmaligen Haiwarnungen ins Wasser gegangen. 3 Tage zuvor wurden auf einer Strecke von 7 km zwischen indian Heads und dem Schiffswrack 18 Haie gesichtet. Hat mich gar nicht geschreckt, ich dachte, wenn sie von SHARKY reden, dann meinen sie ein paar Hundert. Naja, so im Nachhinein gesehen sind durchschnittlich mehr als 2 Haie/km schon ganz schoen viel. Aber was solls ... es ist nichts passiert, wir haben keine gesehen (Rochen aber schon) und Russ hatte seinen Speer dabei. Und wenn jemand ins Meer ging, haben immer mehrere Leute Ausschau nach Haien gehalten.

Selbst vom Aussichtspunkt am indian Heads, auf dem va Russ (mit MEINER Wasserflasche) mehrere Stunden verbracht hat, wurde kein Hai gesehen.


man beachte meine Wasserflasche im 2. Foto. Das war alles, was WIR fuer ein paar Stunden in prallem Sonnenschein hatten und Russ nahm sie einfach auf einen Fels mit, auf den ich mich nie hintraute (3. Foto). Ich bin halt dann mit den anderen zurueck und wieder ins Meer gegangen. Dass ich durch Hitze meine Angst vor Haien und gefaehrlichen Quallen (die wir danach auf dem Weg zu den Middle Rocks, siehe oben 1. Foto naechste Ausbuchtung, gesehen haben) so vergessen kann, haette ich nie gedacht. Aber Abkuehlung war in dem Moment einfach das wichtigste und mir wurde ueberhaupt nicht richtig BEWUSST, was das alles zu bedeuten haette. NIEMAND waere ins Wasser gegangen, ich trau mich nicht mal in Surfers Paradise wo die Hubschrauber Ausschau halten, aber hier war mir alles egal. Es war so schoen. Erst jetzt beim Schreiben wird mir klar, WIE leichtsinnig.

Am Rueckweg zum Camp kamen wir nochmal am Wrack vorbei und hatten kurz Zeit zum Fotografieren. Graham interessierte das alles aber ueberhaupt nicht (siehe Foto: kleines "Buendel" unter der Autotuer), nutzte er doch jede Gelegenheit und jeden Schatten, um sich ein wenig von den Strapazen (der letzten Nacht) zu erholen.


Am bekannten ELI CREEK hatte ich leider nur Zeit zum entweder Klogehen oder den Creek runtertreiben lassen. Ich entschied mich fuers Erstere, bereue es jetzt aber sehr, haette ich doch, wenn vorher nachgedacht, beides auf einmal (jaja, im Notfall) erledigen koennen:) So gibt's leider keine Fotos. Nur 2 von der Truppe (Russ und der Deutsche Andi) haben sich den Spass nicht nehmen lassen. Alle anderen waren generell schon ziemlich zaeh drauf. Zum LAKE WALLY, im Lauftempo in 40 min zu erreichen, sind auch nur 6 von uns geeilt. Wars aber total wert und muede vom Hinlaufen, Schwimmen und auf die Sandduene gehen, haben wir uns noch vor Einbruch der Dunkelheit zurueck zum Strand gemacht, wo die anderen im Auto auf uns warten sollten. Aber niemand mehr da. Ich hoffte, mein Wunsch ginge in Erfuellung, und sie sind in der Zwischenzeit ins Camp und haben die Zelter aufgebaut sowie Essen bereitet. 1 geschlagene STUNDE liessen sie uns verlassen und alleine in nassen Sachen in der Kaelte sitzen. Die Zelter waren Gott sei Dank schon bereitet, das Essen aber noch nicht. War trotzdem sehr schoen und gemuetlich, die anderen 44 (und Russ' Lieblingsmaedls) waren im anderen Camp. Hehe.
Nach einer stuermisch-regnerischen aber warmen Nacht brachen wir fruehmorgens bei nicht so tollem Wetter zur nicht so tollen CENTRAL STATION auf. Alle anderen wieder zu demotiviert zum Gehen, fuhren wir anstatt den Regenwaldtrack zu machen wieder zum Lake McKenzie und verbrachten dort unsere letzten Stunden auf Fraser Island. Spaetestens da hat sich ein jeder einen Sonnenbrand geholt.

Die schnelle Fahrt zurueck zur Faehre (Russ fuhr) war dann einfach nur lustig, der letzte Alkohol musste weg (Russ fuhr und trank), die Lieblingslieder vom ipod wurden nochmal schnell in ohrenbetaeubender Lautstaerke durchgespielt und -gesungen, ... war ein guter Abschied.
Unsere Gruppe auf der Faehre, nur einer fehlte, Graham, ws hat er sich wieder wo hingelegt.

Zurueck im Workshop war alles in Ordnung, wir haben nix verloren und das Auto nicht beschaedigt etc. Nach Ausraeumen, Reinigen, Abwaschen, ... durften wir mit dem Auto zum Hostel zurueckfahren. Russ hatte die tolle Idee, noch schnell damit zu den SANDBLOWS zu fahren. Die letzten 4 Fotos aus meiner Kamera:(



Nach einer weiteren Nacht im Hostel, in der wir unsere schweizerische Zimmergenossin Ela kennen lernten, wollten wir morgens noch zum Strand von Rainbow Beach. Ein grosses Missverstaendnis (oder was auch immer) versaute mir den Vormittag. Eigentlich sollte Russ nur aufs Klo gehen und ich auf der Wiese daneben auf ihn warten. Erst 1h spaeter, nachdem ich ueberall nach ihm gesucht habe, finde ich ihn IM MEER wieder (und ich war NATUERLICH so bloed und habe erst mal 40 min vorm Klo auf ihn gewartet, in der Hoffnung, er kommt doch noch zurueck und holt mich ab). Und unsere Mitfahrer Graham (der schlafende Englaender aus unserer Gruppe) und Ela (unsere Zimmergenossin) liess er auch in Unwissenheit, wie und wann es weitergeht. Naja, ein paar Stunden spaeter waren alle ins Auto geladen und mit musischer Unterstuetzung von Graham und Ela (Gitarre und Gesang) ging's ab nach NOOSA, der Ort der Schoenen und Reichen (aus Sydney). Fotos gibt es leider keine (mehr):( Auf jeden Fall sagt das schon, dass hier alles teurer ist, so auch die Hostels. Ela haben wir in ihrem Wunschhostel in NOOSAVILLE abgeladen (fuer 28 Dollar/ Nacht), wir haben uns entschieden im Park zu schlafen (hatten ja Schlafsaecke etc dabei und waren die letzten Tage auch campen). Toll war aber, dass wir Ela und ihre deutschen Freunde ohne Probleme im Hostel besuchen konnten und dort gemeinsam Dinner kochten. Russ und ich brauchten dann mal Zeit fuer uns alleine und wir sind ins Kino gegangen (Max Payne mit Mark Wahlberg - nicht sehenswert). Graham haben wir nachts im Park wieder getroffen (er fuhr bis zur Gold Coast mit und uebernachtete bei uns). Die Nacht war schoen warm, bis auf ein paar arge Riesen-Ameisenattacken war auch alles ok, der Park mit dem Fluss eine tolle Gelegenheit fuer Russ fruehmorgens wieder fischen zu gehen (gefangen hat er aber nie etwas). Danach hat er sich im NOOSA NATIONALPARK nach dem 30min. Palm Grove Walk am Speerfischen versucht. Auf der Heimfahrt gab es noch einen Zwischenstopp mit selbstgemachtem Lunch in CALOUNDRA, das ist DER Ort, in dem das Festival stattfand, zu dem ich haette fahren sollen/ wollen.
Mah, nach einer eintaegigen Eingewoehungsphase ins Backpackerleben hat mich die Reiselust wieder gepackt, und am liebsten waere ich gar nicht mehr heim, sondern MIT Russ ganz Australien abgefahren ... aber wie gesagt, daheim angekommen haben wir ziemlich spontan einen Flug nach Adelaide gebucht. Ich habe meine Reiseversicherung mal bis 15.1. verlaengert. Meine Plaene fuer die naechsten Tage: morgen zu Sarah trinken/ fortgehen, ev Glowworms in der Natural Bridge; Sa zu Sarahs Eltern nach Jacobs Well aufs Hausboot fischen, tubing, BBQ etc. Sonntag Mittag BBQ bei Julie (Cubbie's Mutter), Montag Tag mit Roland und dann sollten eigentlich auch schon Sonja und Andre = Bine's Freunde hier vorbei kommen. Habe sie leider in Noosa verpasst, erst daheim gelesen, dass wir zur gleichen Zeit dort waren. Aber ein Treffen (oder vielleicht koennen sie ja bei uns bleiben, wenn Russ noch nicht die Schnauze voll hat von Backpackern) geht sich sicher aus. Freue mich riesig. Wenn ich Freunde von Freunden aus Oesterreich treffen kann (und ich habe sie schon einmal kurz gesehen, im Aussie-Lokal im 1. Wienerbezirk), fuehle ich mich euch allen naeher.

Montag, 27. Oktober 2008

und nach einem Tief geht's wieder aufwaerts

zu den Kommentaren bzw Punkten des letzten Eintrages:

1. es ging nicht um Problemloesungsfindung, sondern darum, WIE Russ es ruebergebracht hat. Dass ich mich diesem Gesetz "beugen" muss, ist mir schon klar. Zur Wiederholung, am 12.12. geht mein Flug - so oder so - von Cairns nach Singapur, Russ fliegt am 20.12. fuer ca 4 Wochen nach Amerika) ... das wird auf jeden Fall ein Sch... Weihnachten und Silvester:( alleine und auf einem anderen Kontinent (Asien), auf den ich gar nimma will, verlassen und fern von den Menschen, den/ die ich liebe.

6. Frank ist (Gott sei Dank) 2 Tage danach ausgezogen (BEVOR Russ ihn rausbitten musste) - was soll man machen, wenn's einfach nicht funktioniert. Wir geniessen jetzt die Zweisamkeit.

8. die Schmerzen werden immer schlimmer, ich mache mir ernsthafte Sorgen, von Sporteln kann keine Rede mehr sein, nicht mal ueber die Strasse laufen ist mehr moeglich. Fuehle mich wie ein Invalide und beneide alle anderen, die normal herumhuepfen koennen:( Roland's Sohn ist Osteopath, vielleicht kann ich ihn naechste Woche treffen.

9. Amanda war im Nachhinein DIE Enttaeuschte, weil ich nicht mit am Festival war und ich sie und ihren Freund alleine mit Parminder (und Frank) liess, den sie ueberhaupt nicht mochten. Das hatte ich aber nicht mitgekriegt, va weil sie Parminder am naechsten Tag zu einem "Maedls"-ausflug mit nach Byron Bay nahm und sie fuer mich keinen Platz mehr im Auto hatte. War wie vor den Kopf gestossen, hatte das aber alles aufgrund von Punkt 10 (Parminder's Luegen) falsch verstanden.

10. Dass Parminder mich - was fuer ein netter Gast - als typischen ignoranten und dummen Europaer und nichtswissend vom Rest der Welt beschimpft hat, hab ich noch erdulden koennen, aber dass er alle hier ueberzeugen wollte, wir haetten was miteinander gehabt (was fuer eine Peinlichkeit waere das denn?!), ist unter der Guertellinie. Auch diese Freundschaft ist dahin, Leid ist mir aber nicht darum. Ich habe mir nur den Kopf darueber zerbrochen, wieso es immer so gut klappt, wenn ich bei jemandem zu besuch bin, aber es nie so toll ist, wenn jemand bei mir ist. FAZIT (nach dem Mail meiner "geheimen" Notruf-HOTLINE): ICH passe mich an, bin ein netter, dankbarer, ehrlicher Gast (siehe Referenzen auf Couchsurfing.com).

danke fuer eure lieben Zusprueche. Klar loest sich das meiste wieder von selbst:) Aber va dein ehrliches, sehr offenes mail, meine liebe Notruf-HOTLINE, hat mich, nachdem ich beim Lesen Rotz und Wasser geheult habe, sehr aufgebaut. Es freut mich, dass ich dir indirekt helfen konnte, DU hast mir die groesste Unterstuetzung, den besten Zuspruch, ... gegeben. ICH bin DIR einiges schuldig. Von der Freude und Dankbarkeit anderer kann ich sehr viel Mut und Kraft schoepfen. Ich dachte NIE, dass am anderen Ende der Welt/ daheim, Menschen vorm Computer sitzen und an MICH solche Worte schreiben, so an mich denken ... ich wurde sehr verunsichert durch Frank (er war mir ein wichtiger Mensch, der somit viel Einfluss auf mich nehmen konnte, auch, wenn er es ws nicht beabsichtigte). Auch meinen Blog hat er kritisiert. Ich weiss, dass er sehr persoenlich ist. Aber jeder, der mich kennt, weiss auch, dass ich ein sehr direkter und offener Mensch bin, "kaum" Geheimnisse habe, ... wuerde ich ihn anders schreiben, wuerde ich mich und euch betruegen. Ich bin mir dessen bewusst, dass da welche vorm Schirm sitzen, die es eigentlich nichts angeht, ... hey, aber andere veroeffentlichen BUECHER mit viel persoenlicheren Dingen. Ich habe diesen Blog von Hedwig geschenkt bekommen, ich schaetze und ehre dieses Geschenk sehr, haette an so etwas sonst nie gedacht. Danke fuer die aufmunternden, bestaetigenden Worte, Hotline!

Also, gibt's wieder Fotos und Geschichten von meinen Freunden und mir (fuer meine Freunde/ Familie daheim und Neugierdsnasen):

Dieses WE war das beruehmte INDY 300 Rennen in Surfers Paradise. Amanda hatte fuer uns alle Gratiskarten (haette sonst fast 90 Dollar gekostet) fuer Samstag und eine Einladung zu einem Couch Surfer Host in diesem Hochhaus. Indy von unten und oben. Es war ein echt ein schoenes und lustiges Erlebnis.

Die Australier sind ja schon ein sehr einfallsreiches Volk. Maenner im Hochhaus haben ihre Telefonnummer aufgemalt (+Partygirls welcome, show us your tits), Amanda (Foto unten Mitte) musste natuerlich anrufen und wir haben dann ueber Winkzeichen (Feldstecher) miteinander gescherzelt. Maedls im selben Hochhaus waren "oben ohne" draussen (am Balkon mit Pandabaer) und haben die Blicke aller von den Autos auf sich gezogen (va die Polizei hat gegafft und gegrinst).




Rennbahn von oben


die Partie am Nachhauseweg an der Bushaltestelle (Shane, Andis, Cubbie und Amanda, Luke, Kylie, Amy und Luke). Russ war nicht dabei, er musste arbeiten.

Am darauffolgenden Tag hatten wir eine grosse Indy-Party in Amanda's Garten mit riesem BBQ (ich habe die 3 Sossen rechts gemacht und alles, was in Salatschuesseln ist), das sich auch Russ nicht entgehen liess (er hat sich ab Mittag frei genommen, eine Seltenheit, aber 5 Freunde von ihm, siehe Foto oben, sind extra aus Adelaide eingeflogen und haben Bloedsinn gemacht, siehe Foto unten: Luke am Dach).


und wer hat uns noch beehrt? Die 2 amerikan. Maedls, Lamae und Kim, denen ich vor ein paar Wochen (siehe vorletzter Blogeintrag) meine Jeans zum Fortgehen geborgt hatte. Sie haben in der Zwischenzeit Neuseeland bereist und sind am selben Tag nach Kuala Lumpur bzw zu den Philipinen geflogen (die 2 fehlen mir sehr, ich werde sie mit Sicherheit wieder sehen, will ja eh noch die Ostkueste von Amerika runter reisen und Alabama und Oregon liegen am Weg, Kim faehrt ca 2mal jaehrlich die Strecke ab und sie will auch Osteuropa bereisen und Lamae kommt diesen Fruehling fix nach Europa/ Oesterreich:)




Gut, dass die Feier schon um 12 uhr losging, dh sie dauerte nicht bis spaet in die Nacht, und ich war am naechsten Tag halbwegs fit fuer meinen "jeden 2. Montag-Tag" mit Roland (hatten eine 4woechige Pause). Er hat mich wieder total ueberrascht. Er fuhr mit mir zum Mount Tamborine, von wo aus man die Wolkenkratzer von Surfers Paradise sehen kann, und die Kueste.

Im Palm Grove haben wir Wallabies und Riesenbaeume bestaunt ...




... im Cedar Creek einen Iguana (leider war er zu schnell)




Zum Lunch hat mich Roland ins polnische Restaurant eingeladen (auf eine koestliche Tomatensuppe und Kaffee), mit tollem Ausblick und meine Lieblingspapageie ganz nah (Regenbogen Lorikeet), haben sie auch im Garten. Was fuer ein Erlebnis fuer mich! Unglaublich, dass solche farbenpraechtigen Voegel hier frei herumfliegen!



Danke Roland fuer diesen wunderschoenen Tag. Ich geniesse die Zeit mit ihm sehr, ist er doch meine "Ersatzmutti" hier, mit dem ich ueber Russ etc reden kann, der ganz genau weiss, wie es ist ... und nachdem ich mich ihm anvertraut habe, geht es mir immer noch-besser.


Russ hat ab morgen frueh - wie ich soeben erfahren habe - NICHT seinen normalen 7,5taegigen Break, sondern seine Arbeit/ sein Projekt ist beendet, dh er hat ab jetzt so lange frei, bis er etwas Neues gefunden hat (man wechselt hier Firma wenn ein Projekt beendet ist). Toll fuer mich, er freut sich auch, glaub ich:), dachten wir noch, dieser BREAK sind die letzten gemeinsamen freien Tage. Wir fahren deshalb am Donnerstag fuer 4 Naechte zu den Fraser Islands, juhu (1 Nacht im Hostel, 2 Naechte campen mit 4W-selfdrive-safari, 1 Nacht im Hostel)!! Da ich dieses (seit langem gebuchte) Adventure MIT Russ mache, bedeutet das ausserdem fuer mich, dass ich hinten dran laenger hier bleiben kann oder mehr Zeit zum Raufreisen und Sachen anschauen habe - je nachdem, wie es sich jetzt mit Russ' (neuer) Arbeit ergibt (und wie sehr er Angst davor hat, dass ich Anspruch auf sein "Eigentum" erhebe). Er wird auf jeden Fall die naechsten Wochen mal nach Adelaide zur Mama fahren (da kann ich mich auf einen Gehirn-gewaschenen Russ freuen, wenn er zurueck kommt). Morgen kommt seine Oma (die Mutter seiner Mutter) hier vorbei. Bin gespannt und erwarte mit Freude unseren gemeinsamen Urlaub. Yippie!